Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow rüttelt in Vaihingen auf
(Artikel von von Ralph Küppers aus der VKZ vom 14.02.2026)
Die Linke im Landkreis Ludwigsburg bekommt im Wahlkampf Unterstützung:
Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow vertritt bei seinem Gastspiel in Vaihingen klare Positionen.
Ein Freund der klaren Worte: Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow bei seinem Auftritt in der Vaihinger Verkehrswacht.
Bodo Ramelow ist ein Freund klarer Worte. Der Kindergarten heißt für ihn nicht Kita, sondern Kindergarten. In der Schule sollten sich die Wege der Kinder nicht schon nach vier Jahren trennen, weil er im gemeinsamen Lernen große Vorteile sieht. Und politische Mehrheiten ließen sich auch ohne Unterstützung der AfD hinbekommen, wenn man nur wolle. Ramelow, amtierender Bundestagsvizepräsident und zuvor lange Jahre Ministerpräsident von Thüringen, besucht in Vaihingen eine Wahlkampfveranstaltung der Linken im Vorfeld der Landtagswahl 2026.
Bei der Begrüßung zeigt sich der Vaihinger Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth noch zwiegespalten. „Wenn ein langjähriger Ministerpräsident und Bundestagsvize zu Besuch kommt, wird er vom Oberbürgermeister begrüßt, basta“, sagt der OB. Auch wenn er sich ansonsten vom Wahlkampf fernhalten wolle. Skrzypek-Muth stellt dann aber doch noch fest: „Die Ängste sind dort am größten, wo die Bedrohung am kleinsten ist. Im Osten ist es die Ausländerproblematik – hier fühlt man sich von den Windrädern bedroht, wo keine stehen. Also müssten wir uns ganz gut verstehen können.“
Zuversichtlich, erstmals in den Landtag von Baden-Württemberg einzuziehen
Ramelow, der mittags die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg besucht hat, bekommt vom Vaihinger Gemeinderat und Linke-Ortssprecher Peter Schimke einige Informationen zum früheren Konzentrationslager Wiesengrund. Insgesamt 36 Besucher haben sich am Donnerstag zu der Veranstaltung im Saal der Verkehrswacht eingefunden. Auch Steve Burgstett als Kandidat für den Wahlkreis Vaihingen stellt sich den Gästen in kurzen Worten vor. Er ist zuversichtlich, dass die Linke erstmals in den Landtag von Baden-Württemberg einzieht.
Bei der Wiedervereinigung sei vieles schiefgelaufen
Den Hauptteil des Abends bestreitet Ramelow. Er weckt anhand von mehreren Beispielen das Bewusstsein dafür, dass bei der Wiedervereinigung vor mehr als drei Jahrzehnten vieles schiefgelaufen ist. Errungenschaften aus dem Osten seien von Entscheidungsträgern aus dem Westen als „ideologisch“ abgetan worden. Freier Kindergarten für alle und danach in der Schule eine Auftrennung erst nach acht Jahren – im Gegensatz zum vereinten Deutschland habe Finnland viel von diesem bewährten System adaptiert. „Einfach übernommen wurde es nicht“, stellt Ramelow klar.
Kürzlich habe der Boulevard getitelt, Ramelow würde gerne das Grundgesetz abschaffen. Dazu stellt er klar, er habe eine Abstimmung des Volkes über seine Verfassung angeregt, die eigentlich schon kurz nach der Wiedervereinigung habe stattfinden sollen. So wie über Nationalhymne und Bundesflagge. „Wir müssen diese Themen denen aus der Hand schlagen, die vorgeben, sie würden für die schweigende Mehrheit sprechen“, sagt Ramelow.
Verständnis wecken zwischen Deutschen aus dem Osten und aus dem Westen
Der 69-Jährige, der über viele Jahre hinweg die Geschicke von Thüringen gelenkt hat, wirbt für ein besseres Verständnis zwischen West- und Ostdeutschen für die jeweiligen Sorgen. So habe er in Thüringen die Ansiedlung großer Unternehmen erlebt, während das Bundesland als Wirtschaftsstandort gar nicht so wahrgenommen werde. Ein paar Gäste werden noch Fragen an den bekannten Politiker los, dann ist der Besuch beendet.

Peter Schimke wurde am 9. Juni 2024 erneut in den Gemeinderat Vaihingen an der Enz, sowie in den Kreistag Ludwigsburg gewählt. Sein Motto lautet: "Je stärker DIE LINKE, desto sozialer das Land!"
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