18.3.2017 Equal Pay Day

19. März 2017  Allgemein

Bis heute haben Frauen umsonst gearbeitet

Am Equal Pay Day – in diesem Jahr am heutigen 18. März – machen Frauen in ganz Deutschland darauf aufmerksam, dass der aktuelle Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern 21 Prozent beträgt. Das heißt: Frauen arbeiten 77 Tage im Jahr umsonst. Bei der Zahl handelt es sich um den unbereinigten Gender Pay Gap. Das heißt, verglichen werden alle Stundenlöhne von arbeitenden Frauen mit den Stundenlöhnen arbeitender Männer.

Betrachtet man nur Männer und Frauen in der gleichen Position, mit der gleichen Erfahrung und Qualifikation, ergibt sich nach den neuesten Zahlen immer noch ein Unterschied von sechs Prozent – das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr, aber immer noch ein unerklärbarer Unterschied, der offensichtlich auf das Geschlecht zurückzuführen ist. Darum nutzen Aktivistinnen (und Aktivisten) den Equal Pay Day, um mit Diskussionen und Demonstrationen auf den Lohnunterschied und seine Ursachen aufmerksam zu machen. 2017 findet dieser Tag zum zehnten Mal in Deutschland statt. Und auch in vielen anderen Ländern auf der Welt begehen Frauen diesen Tag, der aber von Land zu Land und seinem spezifischen Gender Pay Gap auf ein anderes Datum fällt. Deutschland ist übrigens im EU-Vergleich im hinteren Mittelfeld, denn in vielen anderen europäischen Ländern ist die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen deutlich kleiner.

Initiatorin des Equal Pay Days hierzulande ist die Unternehmerin und frühere Präsidentin der Business Professional Women Germany (2010-2016), Henrike von Platen. Ihr und ihren Mitstreiterinnen gelang es, wichtige Unterstützerinnen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft für das Anliegen zu finden. Hier eine Aussage von Sahra Wagenknecht -Fraktionsvorsitzende DIE LINKE – was sich ändern muss, damit der Equal Pay Day in der Zukunft schon am 1. Januar gefeiert werden kann:

Sahra Wagenknecht

„Der Schlüssel zu mehr Lohngleichheit liegt in der fairen Aufteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern sowie der Austrocknung des Niedriglohnsektors, in dem überwiegend Frauen arbeiten. Wir brauchen mehr gute Arbeitsplätze anstelle befristeter und schlecht bezahlter Jobs, ausreichend Ganztagsbetreuung, sowie kürzere Arbeitszeiten für alle. Eine 32-Stunden-Woche für Eltern wäre ein wichtiger erster Schritt, wobei der Staat für Lohnausgleich sorgen muss, damit sich das auch Geringverdiener leisten können.“


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